MGV "Eintracht" 1869 Breidenstein
MGV "Eintracht" 1869 Breidenstein

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Wer singt oder ein Instrument spielt, erlernt eine zweite Sprache. Die Sprache der Musik ist unerschöpflich in ihrer Vielfalt, sie durchbricht Mauern der Vereinsamung, sie verbindet Menschen miteinander.

 

Prof. Dr. Roman Herzog
ehemaliger Bundespräsident

Wir sind dabei, die Vereinsgeschichte so bald wie möglich fortzuschreiben und auch als PDF-Dokument zum Download anbieten.

Der Anfang ...

Der Männergesangverein - der älteste Verein der Stadt Breidenstein - wurde im Jahre 1869 gegründet: Am 12. Mai des Jahres 1869 trafen sich einige sangesfreudige Breidensteiner Männer, um eine Singgemeinschaft ins Leben zu rufen. Der Name Eintracht, den man für den neu gegründeten Chor wählte, spiegelt den Geist dieser Zeit wieder: Deutschland war grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen, ein neues Staats- und Einigkeitsdenken breitete sich aus.

 

Der Verein während der Zeit der Kriege

Auch in den folgenden Jahren war das Schicksal des Vereins eng mit der deutschen Geschichte verbunden. Durch den Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im Jahre 1870 wurde die Vereinsarbeit gleich wieder unterbrochen. Während der Zeit des ersten Weltkrieges war das Vereinsleben sogar für mehrere Jahre lahmgelegt. Zwischen den beiden Weltkriegen wurde das 60-jährige Jubiläum vom 6. bis 8. Juli 1929 im Rahmen eines Gesangwettstreites durchgeführt. 22 Chöre aus den Kreisen Biedenkopf, Marburg, Wittgenstein und Siegen rangen um den Sieg.

In der Zeit des zweiten Weltkrieges ruhte die Vereinstätigkeit abermals. Die beiden Weltkriege brachten dem Verein erhebliche Verluste an Mitgliedern. Nach dem Kriege kam die "Eintracht" als einer der ersten Vereine im Hinterland zur Pflege des Chorgesanges wieder zusammen. Im September 1947 trat man der Kreisgruppe Biedenkopf im Deutschen Sängerbund bei. Im Jahre 1949 wurde das 80-jährige Jubiläum festlich begangen.

 

Die 50er Jahre

Der Beginn der 50er Jahre war ge-

prägt durch eine Krise, wieder bedingt durch häufige Dirigentenwechsel. Den Verantwortlichen gelang es aber immer wieder, den Verein nach solchen Rückschlägen am Leben zu erhalten. So kann die Zeit ab Mitte der 50er Jahre getrost als die Blütezeit des Vereins eingestuft werden. Große Erfolge bei Wettstreiten, Pokalsingen und Wertungssingen machten den Verein bis weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Das Erringen der Klassenhöchstpreise und der Dirigentenpreise wurden fast zur Selbstverständlichkeit. Nicht selten erreichte man die beste Bewertung aller teilnehmenden Chöre - und das gegen eine Konkurrenz von Chören mit nahezu doppelter Sängerzahl.

 

Auftritt beim Hessischen Rundfunk

So wurde auch der Hessische Rundfunk auf den kleinen, aber feinen Chor aus dem Hinterland aufmerksam. In der Sendereihe "Hessische Chöre singen" wurden am 22. Januar 1961 Volkslieder und zeitgenössische Chormusik, sowie am 1. Oktober 1967 Erntedanklieder übertragen.

 

Der 100. Geburtstag

Der 100. Geburtstag des Vereins wurde vom 06. bis 09. Juni 1969 mit einem Sängerfest und einem großen Sängerwettstreit auf dem Festplatz am Hammer gefeiert. Über 700 Sänger aus dem Hinterland und den Nachbarkreisen waren zu diesem runden Geburtstag gekommen. Beim abendlichen Kommers und den Klängen der Mainzer Hofkapelle versammelten sich über 2000 Besucher im Festzelt. Der Hessische Ministerpräsident verlieh dem Verein die silberne Ehrenplakette.

 

Auszeichnung mit der Zelterplakette

Der Bundespräsident zeichnete 1970 den Verein in Würdigung langjähriger Verdienste um die Pflege des Chorgesanges mit der Zelterplakette aus.

Gewinner des internationalen Chorwettbewerbs in Holland

Ein erneuter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war der Auftritt bei einem internationalen Chorwettbewerb im holländischen Weerkendam am 15. Oktober 1983. Hier erreichte der Chor in der ersten Klasse mit 25 Sängern nicht nur den ersten Preis mit besonderem Lob der Jury, sondern gewann auch mit Abstand den von Königin Beatrice gestifteten Wanderpokal als Höchstpreis des gesamten Chorwettbewerbes. In dem darauffolgenden Jahr konnte der Pokal zwar nicht verteidigt werden, jedoch wurde ein hervorragender zweiter Platz unter 19 teilnehmenden Chören erreicht.

 

Der 120. Geburtstag

Der 120. Geburtstag wurde mit einem Sängerfest am 8. und 9. Juli 1989 auf dem Festplatz unterhalb der Freizeithalle gefeiert. Insgesamt 26 Chöre kamen zum Gratulieren und Freundschaftssingen. Bereits fünf Jahre später wurde der 125. Geburtstag vom 3. bis 6. Juni 1994 mit einem noch größeren Sängerfest auf dem Festplatz unterhalb des Staudammes gefeiert. 31 Chöre mit über 1000 Sängerinnen und Sängern konnten als Gäste des Freundschaftssingens begrüßt werden.

 

Wichtiger Kulturträger der Stadt Breidenstein

In all den Jahren seines Bestehens hat sich die "Eintracht" als wichtiger Kulturträger erwiesen und alle bedeutenden Ereignisse musikalisch begleitet. Die im zweijährigen Turnus ausgetragenen Adventskonzerte aller Breidensteiner Chöre und Instrumentalgruppen, deren Erlöse immer wohltätigen Zwecken zugute kommen, das Singen in Biedenkopf für das Kinderheim in Bindura, das Singen in Krankenhäusern und Kirchen, eigene Konzerte usw. sind nur einige Beispiele dafür, wie man sich in den Dienst der Gemeinschaft stellt und zur Bereicherung des kulturellen Lebens der gesamten Gemeinde beiträgt. Neben dem Streben nach musikalischem Erfolgen spielt die Geselligkeit bei den Sängern der "Eintracht" eine große Rolle. So veranstaltet man gemeinsame Wanderungen, unternimmt mehrtägige Ausflugsfahrten, Chorseminare und Konzertreisen.

 

Durchschnittsalter: 46 Jahre

Wenn auch der Zeitgeist vielen Männerchören rauh ins Gesicht bläst, der Nachwuchs sich spärlich oder überhaupt nicht einfindet, so ist der MGV Breidenstein hier eine rühmliche Ausnahme. Nachdem im Frühjahr 1999 der Chor vom "Sterben" bedroht war, konnte im August desselben Jahres mit Christian Böhm (Jahrgang 1979) ein junger und dynamischer neuer Chorleiter gewonnen werden. Durch sein Fachwissen und seine Art der Gestaltung der Chorproben wurde ein stetiger Aufwärtstrend eingeleitet. So konnte bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2006 eine stolze Statistik vorgelegt werden: seit Beginn der Tätigkeit von Christian Böhm konnten 21! neue Sänger für unseren Chor gewonnen werden. Die Zahl der Aktiven stieg auf nunmehr 34 Sänger, das Durchschnittsalter liegt bei rund 46 Jahren.

 

Erfolg beim Kreiswertungssingen 2008

Beim Kreiswertungssingen des Sängerkreises Biedenkopf am 1. November 2008 in der Hinterlandhalle zu Dautphetal konnte ein toller Erfolg gefeiert werden. Hier erreichte der Chor mit 21,81 Punkten (von max. 25,00) das beste Ergebnis bei den Männerchören (punktgleich mit einem anderen Chor) und das drittbeste des gesamten Wettbewerbs (hinter 2 Frauenchören). Nicht unerwähnt darf bleiben, dass sich der Chor immer noch im Neuaufbau befindet, dass 2/3 der Sänger „neu“ sind und die meisten von ihnen über wenig oder gar keine Erfahrungen im Chorsingen verfügten. Dies macht den Erfolg so wertvoll und beflügelt die Weiterentwicklung.

Chorleiter des Vereins

1869-1873  August Dörr
1873-1878  ohne Chorleiter
1878-1881  Ludwig Reuschling
1881-1883  Jakob Jacobi
1883-1884  August Datz
1884-1894  Karl Winkel
1894-1898  Robert Mettig
1898-1903  Laut Protokollbuch ruhte
                      der Verein
1903-1905  Eugen Simmermacher
1905-1936  Karl Schwarz (31 J.)
1936-1951  Georg Schwarz (15 J.)
1951-1953  Gerhard Schwarz
1953-1954  Fritz Weber, Heinz Petri
1954-1991  Günter Seibel (37 J.)
1991-1993  Rudi Heinz
1993-1997  Frank Rompf
1997-1999  Gerd Moos
1999-2009  Christian Böhm
2010-2011  Jens Koch
ab Febr. 2012 Matthias Nassauer

Vorsitzende des Vereins

1869-1908  Heinrich Schwarz (39 J.)
1908-1939  Jakob Seibel (31 J.)
1939-1959  Fritz Müller (20 J.)
1959-1975  Karl Beimborn (16 J.)
1975-1986  Herbert Kleinhenn (11 J.)
1986-1998  Lothar Meißner (12 J.) 
1998-2010  Dietrich Schwarz (12 J.)
seit 2010 Karsten Burghardt 

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